Schulentwicklungsplanung des Landkreises Neuwied

Archiviert am: 16.08.2013

Schulentwicklungsplanung des Landkreises Neuwied

Aus der öffentlichen Sitzung des Verbandsgemeinderates am 3. Juli 2013

 

TOP 1 Schulentwicklungsplanung des Landkreises Neuwied

 

Sachverhalt:

Das Institut Bildung und Region (biregio) hat für den Landkreis Neuwied die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung durchgeführt und entsprechende Eckthesen für die Weiterentwicklung der Schulen im Landkreis Neuwied erstellt. 

Unabhängig davon liegt seit Mai 2013 der Entwurf der „Leitlinien für ein wohnortnahes Angebot an Realschulen plus“ vor, der vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sowie der ADD erstellt wurde.

In den Eckthesen für die Weiterentwicklung der Schulen im Kreis Neuwied ist u.a. festgehalten, dass sich die Verteilung der Schülerzahlen auf die Realschulen plus sehr verschieden darstellt. Weiter wird gefragt, ob die Zahl der Schulen und die der Standorte gehalten werden kann und wenn ja, wie? 

Außerdem sieht das Eckthesenpapier eine Möglichkeit vor, sämtliche Standorte der Realschulen plus zu erhalten, wenn die Schaffung von „Bildungsregionen“ erfolgen könnte. D.h. vorbehaltlich der Zustimmung des Landes sollten in einigen Bereichen des Landkreises Neuwied je zwei Schulen zu einer verbunden und unter zwei Dächern weitergeführt werden.

Ein möglicher Doppelstandort für die Realschule plus Waldbreitbach ist aus Sicht des Planers, die in Neuwied peripher liegende Realschule plus Niederbieber. Außerdem wird in den Eckthesen als mögliche Standorte für weitere Gesamtschulen der Doppelstandort: Niederbieber und Waldbreitbach (mit Oberstufe in Niederbieber) genannt. 

Weiter müsste aus Sicht des Planers die Begrenzung der Zügigkeit in einigen Realschulen plus überlegt werden (z.B. Neustadt, Begrenzung auf drei Züge), um der „Austrocknung“ der Realschule plus Waldbreitbach zuvorzukommen.

Denn die Realschule plus Waldbreitbach hat zurzeit (laufendes Schuljahr) 228 Schüler/Schülerinnen und ist zweizügig. Für das neue Schuljahr 2013/2014 liegt die Zahl zurzeit bei 220 Schülerinnen und Schüler. 28 Fünfklässler wird es im Sommer geben. Gerade noch können zwei 5. Klassen mit jeweils 14 Schülerinnen und Schülern gebildet werden.

Die Schüler kommen aus den Grundschulen in Waldbreitbach, Niederbreitbach und Breitscheid. Diese geben im Sommer 73 Schüler/Schülerinnen aus der jetzigen 4. Klasse ab, von denen 37 % auf die Realschule plus in Waldbreitbach wechseln. Der Schnitt im Kreis Neuwied liegt allerdings bei 53 %. 

Eine Einzügigkeit wäre gegeben mit einer Gesamtschülerzahl von weniger als 181 und weniger als 26 Schülerinnen und Schüler in der Klassenstufe 5.

Nach den Leitlinien des Landes ist eine Dreizügigkeit eine schulrechtliche Vorgabe, um Schülerinnen und Schülern pädagogische Vielfalt und individuelle Aufstiegschancen zu bieten. Ausnahmen sind aus siedlungsstrukturellen Gründen möglich. Bei zweizügigen Schulen sieht der Entwurf der Leitlinien ein bestimmtes Prüfverfahren mit verschiedenen Verfahrensschritten vor.

Es kann davon ausgegangen werden, dass im kommenden Jahr (2014) die Zukunft der Realschule plus Waldbreitbach geprüft wird. Im ungünstigsten Fall könnte sie theoretisch bereits 2015 in die Einzügigkeit fallen. Im günstigsten Fall erst 2020 (hängt von der Entwicklung der Schülerzahlen ab).

 

Beschluss: 

Der Verbandsgemeinderat spricht sich für den Erhalt der Realschule plus in Waldbreitbach aus. Es wird dort gute Schularbeit geleistet, bei guten Rahmenbedingungen. Die räumlichen Voraussetzungen sind gut, ebenfalls die Ausstattung der Schule. In direkter Nachbarschaft befinden sich die neue Sporthalle mit Sportplatz sowie die Grundschule und das Wiedtalbad.

Sowohl die Schule selbst als auch alle politisch Verantwortlichen mögen sich dafür einsetzen, die Bindekraft der Realschule plus zu stärken, damit die Zweizügigkeit erhalten bleibt. Dies kann nur erreicht werden, wenn 2/3 der Realschule plus empfohlene Schüler/innen der Grundschulen in der Verbandsgemeinde Waldbreitbach auch zur Realschule plus in Waldbreitbach und nicht in Schulen von Nachbarverbandsgemeinden gehen.

Weiter beschließt der Verbandsgemeinderat den Kreis als Schulträger zu beauftragen, alle Möglichkeiten auszuloten, die dem Erhalt des Schulstandortes Waldbreitbach dienen, d.h. zur Vermeidung einer Schulschließung soll der Kreis Standortsicherungsmaßnahmen einleiten. Dabei sollen praktikable, zukunftsorientierte und demographiefeste Standortsicherungsmaßnahmen gefunden werden. Außerdem wird der Kreis gebeten für die Nachbarschulen Aufnahmebegrenzungen auszusprechen, damit die Realschule plus Waldbreitbach nicht „austrocknet“.

Weiter möge der Kreis – mit der Verbandsgemeindeverwaltung gemeinsam - die Realschule plus bei einer attraktiven Profilbildung zum Erhalt des Schulstandortes unterstützen.

Die Beschlussfassung erfolgt einstimmig.